Ein guter Freund hat mir vor Jahren den Tipp gegeben: „Wenn Du als Verkäufer erfolgreich sein willst, dann rede nie über Politik, denn da kannst du nur verlieren“ Deshalb werde ich auch in keinster Weise kommentieren, was und warum da gerade politisch passiert. Es wird auch Zeit, aufzuhören, auf anderen rumzuhacken und immer zu glauben, man selbst sei der bessere Mensch.

Nüchtern betrachtet ist folgendes passiert. Die großen Parteien haben es nicht geschafft, Ihre Wähler abzuholen und sie zu überzeugen, dass sie einen guten Job machen. Das Ergebnis: Große Verluste an Wählerstimmen und viele Frustwähler, die einfach woanders hingehen. Im Verkauf ist das identisch. Wenn Sie immer nur Ihren Vorteil sehen, nicht auf den Kunden eingehen und nur ihr Konzept durchziehen, dann kauft der Kunde nicht bei Ihnen und geht einfach woanders hin. Ist dann der Kunde schuld, zu dämlich oder schlichtweg nicht zu bekehren? In Einzelfällen mag das stimmen. Kein Mensch kann alle zu 100 % bekommen. Deswegen gibt es in der Politik auch mehrere Parteien und im Verkauf Wettbewerber und Produkte für die unterschiedlichen Geschmäcker. Das gilt es auch zu akzeptieren. Wenn ich von Verkaufstrainern höre, dass sie Ihnen zeigen, wie sie jeden Kunden gewinnen, ist das genauso Unsinn, wie wenn jetzt alle glauben, 13 % der Deutschen sind Nazis oder FDP Wähler sind Kapitalistenschweine.

In den meisten anderen Fällen ist der Grund für den Weggang von Kunden genau der gleiche wie bei Wählern. Ganz viele Menschen haben das Gefühl, dass ihnen nicht zugehört wird. Sie fühlen sich abgehängt und nicht wahrgenommen. Viele Menschen haben Angst vor allem Möglichen. Der Zukunft, den Arbeitsplätzen, Verlust des Jobs, mangelnde Rente, Islamisierung usw.

Wer sich mit der Geschichte beschäftigt, der wird schnell fündig, dass das ein ganz normales Verhalten ist und in den letzten 200 Jahren mehrfach vorkam. Wir leben in eine Zeit massiver Veränderung. Wir steigen in das Zeitalter der Digitalisierung ein, in der wenig so bleibt, wie es war. Und wie in den vergangenen Jahrhunderten neigt die Menschheit immer dazu, dann das alte festzuhalten und sich nicht auf das Neue einzulassen. Ob das der Brexit ist, der neue amerikanische Präsident oder die ganzen anderen Problemfelder auf unserem Planeten sind. Auch aus der Vergangenheit können wir lernen, dass keiner den Wandel aufhalten konnte. Deswegen reagiert die Börse oder die Wirtschaft gerade auch so gut wie nicht. Keine einzelne Partei kann da leider oder Gott sei Dank wirklich etwas bewegen. Wer versucht, den Wandel aufzuhalten, wurde komplett in der Wohlstandskette durchgereicht. Während die Automobilindustrie von Deutschland quasi beherrscht wurde, erleben wir gerade, dass Firmen wie google, amazon, apple und facebook uns den Rang ablaufen und auch gute Leute abziehen. Wir können also nur eines machen. Uns dem Wandel stellen und schauen, wie wir am besten uns dahinein integrieren. Und vor allem ist eines extrem wichtig. Dass wir zusammen halten und gemeinsam nach vorne schauen.

Als Verkäufer und Unternehmer haben Sie da eine doppelte Aufgabe. Zum einen ein Produkt zu suchen, was Zukunft hat, damit ihre Brötchen gesichert sind. Wenn Sie heute anfangen, Schreibmaschinen zu verkaufen, weil ihnen die Geräte gefallen, müssen Sie schon ein guter Verkäufer sein, um davon leben zu können. Zum anderen ist die Aufgabe, gerade für Verkäufer, ihrer Zielgruppe die Angst zu nehmen und Mut zu machen, dass sie mit ihrem Produkt in Zukunft ein besseres und angenehmeres Leben haben. Auch Verkäufer hacken mir viel zu viel auf anderen Firmen und Konkurrenten rum, anstatt die Sorgen der Kunden ernst zu nehmen, eine vernünftige Kundenbindung aufzubauen und dafür zu sorgen, dass es diesen Menschen besser geht. Es gilt auch, mehr Engagement auf die Entwicklung und Suche eines guten Produktes zu legen, als irgendwelche Drittklassige Ware mit möglichst großem Marketing in die Haushalte zu drücken.

Es wird nicht einfach, denn viele Menschen sind so verängstigt, dass sie gar nicht in der Lage sind, ihre persönliche Situation selbst so neu zu strukturieren, dass sie in einer neuen Industrie Fuß fassen können. Bildung ist da ein großes Thema, wie schon in den vergangenen Zyklen. Und Verkäufer können in ihrer Funktion als Psychologe auch einen großen Teil dazu beitragen. Sie kommen mit vielen Menschen zusammen, haben einen großen Überblick über die Gesellschaft und können mit ihren Gesprächen Menschen neben dem Verkauf ihrer Produkte positiv beeinflussen und ein Stück weit die Angst vor der Zukunft nehmen.

Unternehmer und Verkäufer haben die Aufgabe, sich genau anzuschauen, welche Zielgruppe für ihre Produkte in Frage kommt. Dafür sind in gerade solch herausfordernden Zeiten bisher die besten Produkte entstanden. Denn dafür ist Wirtschaft da. Nicht alteingesessene Branchen groß zu halten, sondern den Menschen zu helfen, ihre Probleme zu lösen.

Wer es in den nächsten Jahren schafft, die Probleme seiner Zielgruppe wirklich zu verstehen, dafür ein erstklassiges Produkt entwickelt oder verkauft, der braucht sich vor dem Wandel nicht zu fürchten. Im Gegenteil, er wird davon profitieren.

 

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