Die meisten Verkäufer und Unternehmer haben bei irgendwelchen Verkaufstrainern schon mal die verschiedensten Persönlichkeitsanalysen mitgemacht. Es gibt davon unzählige. Die einfachste ist, dass die einen Menschen mehr mit der linken Gehirnhälfte die Informationen verarbeiten, die anderen mit der rechten. Die einen verarbeiten also mehr die Zahlen, Daten Fakten, die anderen mehr Bilder, Emotionen und Gefühle. Wenn ich als Verkäufer einen Kunden für mich und mein Produkt gewinnen möchte, ist es klug, sich auf diese Verarbeitungspräferenz einzustellen, da ich es dann dem Kunden wesentlich leichter mache, meine Informationen zu verarbeiten. Die Folge ist, er kauft schneller. Doch darauf will ich heute gar nicht hinaus.

Als ich das vor einigen Jahren mit amerikanischen Verkäufern ein Verkaufstraining machte, waren das sprichwörtlich die „left-brainer“ und die „right-brainer“. Bis mich im Seminar ein Teilnehmer fragte, was ich denn mit den sogenannten „No-brainern“ machen würde. Also Menschen, die nicht denken, mich beleidigen bzw. auf gut deutsch gesagt verarschen.

Mir ist dazu in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen, dass gerade junge Unternehmer, die glauben, jeden Kunden zu brauchen, es auch genauso versuchen. Sie machen es allen Recht, lassen sich alles gefallen und schleimen solange rum, bis der potentielle Kunde sie der Türe verweist.

Ein ganz anderes Beispiel habe ich in meiner örtlichen Postfiliale erlebt. Die Dame hatte große Probleme mit dem Rechner, der Kunde wohl ein komplexes Problem und es ging nichts vorwärts. Ich stand an 4. Stelle und der Mann an der 2. Stelle fluchte ständig in seine Jacke. „Wie doof kann man eigentlich sein. Es kann doch nicht so schwer sein, so einen Rechner zu bedienen. Wenn sie das nicht kann, soll sie zu Mc. Donalds“ usw. Als der erste Kunde fertig war und der Nörgler zum Schalter sprintete, hob sie ihre Hand nach vorne und rief: „Stopp! Jetzt sage ich Ihnen mal was. Seit heute Morgen haben wir einen Totalausfall aller Rechner, ich bin alleine, muss alles improvisieren, dass überhaupt etwas geht und habe seit 09.00 Uhr keine Pause gemacht.“ (es war fast 16.00 Uhr) „Sie können jetzt direkt wieder raus gehen, im Nachbarort gibt es auch eine Filiale.“ Der Mann fluchte wieder und meinte, er habe das Recht hier bedient zu werden. Darauf entgegnete ihm die Angestellte. „Falsch: Sie haben das Recht, bedient zu werden, wenn sie sich höflich und respektvoll verhalten. Ich muss hier nicht jeden bedienen.“ Sagte es und bat den Mann vor mir an den Schalter.

Der Nörgler ging wütend aus der Post raus.

Ich fand das sensationell. Denn die meisten tun für ihre Kunden wirklich alles und wir alle sind Menschen und machen Fehler. Oftmals liegt der Fehler aber auch ganz woanders und wir können nichts dafür.

Jeder potentielle Kunde darf kritisch sein, skeptisch und was auch immer. Der Respekt sollte von beiden Seiten vorhanden sein. Wenn ein Verkäufer sich daneben benimmt, kauft der Kunde schließlich auch nicht.

Gerade wenn sie am Anfang einer Selbstständigkeit oder einer Verkäuferlaufbahn stehen, machen sie nicht den Fehler, wirklich jeden zu bedienen. Das tut Ihrem Selbstvertrauen nicht gut und macht sie zum Spielball der potentiellen Kunden, die ihren Frust an anderen raus hauen müssen.

Früher sagte die Allgemeinheit: Der Kunde ist König. Ich denke, daher kommt auch das Thema, es allen wie ein Diener Recht machen zu müssen. Ich bin der Meinung, dass heutzutage der Kunde Partner ist. Und einen Partner verlasse ich auch, wenn er mich persönlich beleidigt, provoziert oder ausnützt. Einen König eher nicht.

Es gibt so viele dankbare Kunden, schauen sie nach diesen Ausschau und fokussieren sie sich auf diejenigen, die wollen und ihre Beratung und Produkte wertschätzen.

Alles andere macht keinen Sinn.

In diesem Sinne, auf nette Kunden.

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