Ich meine damit nicht unbedingt die Zielgruppe. Sind für Sie als Verkäufer Ihre Kunden Ärzte, Handwerker oder Rentner? Ich meine damit ganz allgemein, wer Ihre Kunden sind. Für die meisten Verkäufer und Unternehmer sind Kunden diejenigen, die die Produkte oder Dienstleistungen ihres Hauses kaufen. Ein Serviceorientiertes Haus oder ein Verkäufer weiß, dass   Kunden gut behandelt werden müssen, denn schließlich spülen diese das notwendige Geld in die Kasse. Und genau da liegt meiner Meinung nach das Problem bzw. die riesen Chance, mit weniger Aufwand höhere Erträge zu erzielen.

Von der Definition her sind Kunden Personen, die etwas haben wollen, was Sie besitzen und Sie es gegen Geld denen überlassen. Weil sie Ihnen Geld geben, behandeln Sie  sie dementsprechend (Zumindest einige Unternehmen) Was ist aber, wenn jemand etwas von Ihnen haben will, was Sie besitzen und ihm geben können, das in erster Linie kein Geld sondern erst in zweiter Reihe Einkommen produziert?

Wenn z.B. eine Sekretärin von ihrem Chef eine Information benötigt, die nur der Chef hat, um dann einem Kunden die gewünschten Unterlagen zu geben, damit dieser kaufen kann, ist die Sekretärin meiner Meinung nach in dieser Situation der Kunde des Chefs. Wenn ich bei einem Unternehmen sitze, das mich für Verkaufstrainings bezahlt, ich für ein exzellentes Training dafür die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens brauche, dann bin ich in diesem Moment gleichzeitig auch Kunde, weil ich nur mit den entsprechenden Informationen meinen Job, für den der Kunde bezahlt, entsprechend ausführen kann.

Für mich ist deshalb jeder Kunde, der von einer anderen Person zum besseren Ablauf etwas benötigt. Völlig egal, ob dafür in erster oder in der weiteren Linie etwas bezahlt wird.

Leider erlebe ich immer wieder, dass gerade intern der Umgang miteinander sehr holprig verläuft, weil bestimmte Personen meinen, ihre Hierarchien heraushängen lassen zu müssen. Nach dem Motto, es kann doch nicht sein, dass ein untergebener Mitarbeiter an mich als Abteilungsleiter Forderungen stellen kann. Doch: das kann er, wenn es letztendlich dem Umsatz und den schnelleren und zufriedeneren Abläufen dient.

In einem Produktionsunternehmen, das ich berate, ist folgendes passiert: Der Kunde hat der Produktmanagerin den Auftrag gegeben, ein bestimmtes Produkt für ihn zu entwerfen. Eine Art Prototyp auf Probe. Mit dieser Anforderung ist die Produktmanagerin in die Konstruktionsabteilung und bat diese, diesen Prototyp schnellstens herzustellen, da Umsatz drohte. Die Produktmanagerin war erst relativ neu im Unternehmen und hatte von Ihrem Chef keine wirkliche Unterstützung intern bekommen. Die Konstruktionsabteilung sah die Frau mehr als Störenfried und weniger als Umsatzbeschleuniger und verweigerte den Entwurf. Man müsse sich schließlich um Kunden kümmern. Die Folge können Sie sich denken. Der Kunde hat das Produkt woanders entwerfen lassen und dort gekauft. Diese Konstruktionsabteilung hat es nicht verstanden, Service auch im Hause zu liefern, weil sie dort nicht den direkten Kundenkontakt vermutet hat, sondern nur unnötige Arbeit.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Können Sie auch das Finanzamt als Ihren Kunden sehen, wenn dieses von Ihnen eine Information benötigt, damit der Vorgang schneller abgeschlossen werden kann?

Sehen Sie den Postboten als Ihren Kunden und unterstützen Sie ihn in der schnellstmöglichen Zustellung?

Wir könnten einen enormen volkswirtschaftlichen Nutzen produzieren, wenn wir uns gegenseitig mehr in der Geberhaltung statt in der Nehmerhaltung sehen. Die Erwartungshaltung gegenüber Lieferanten, Unternehmen oder den Verkäufern, bei denen wir etwas einkaufen ist zum Teil so hoch, dass Sie gar nicht erfüllt werden kann. Dazu verweigern viele noch die notwendige Unterstützung bei Nachfragen oder Ähnlichem. Bei einem Bistro am Wiener Flughafen ist ein Gast komplett ausgerastet, weil er von der Bedienung einen falschen Kaffe bekommen hat. Leider hat der Gast der Bedienung nicht die notwendigen Informationen gegeben, denn die Bedeutung ist in anderen Ländern zum Teil auch sehr verschieden. Hätte dieser Gast auch die Kellnerin als Kunden gesehen und mal nachgefragt, was sie genau an Informationen benötigt, wäre auch hier ein unschönes Gespräch und Unzufriedenheit erspart geblieben.

Denn alles das kostet Zeit, Nerven, Selbstbewusstsein und vieles mehr und wäre deutlich einfacher, wenn alle sich gegenseitig etwas mehr unterstützen würden und die Kundenperspektive einnehmen würden. Auch bei denen, bei denen wir etwas kaufen.

In einem Satz zusammengefasst

Behandle andere Menschen, wie du behandelt werden möchtest

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